Sonntag, 29. November 2009

Konzert

Momentan sind wir fleißigst am Üben - letzte Woche drei Auftritte, davon eines unser lang ersehntes Konzert! Lief ganz gut, ich hab mich gefreut, dass fast alle Eingeladenen gekommen waren (insbesondere die große deutsche Fangemeinde ;-)), und zum Ende natürlich die wichtige Fourchette, also Sekt und Pralinien.
Auf dem Bild unser tolles Ensemble, der Chor an sich ist etwa dreimal so groß. Am Mittwoch fahren wir in die Slowakei zum Wettbewerb - drückt uns die Daumen!

Sonntag, 22. November 2009

Puschino

Anfang dieser Woche war ich zu Besuch in Puschino, einem kleinen Städtchen im Süden von Moskau. Christoph aus Tübingen macht da Praktikum und hatte mich eingeladen. Die Stadt hat 20.000 Einwohner, und wurde vor erst etwa 40 Jahren aus dem Boden gestampft - als Wissenschaftsstadt, das biologische Forschungszentrum Russlands. 12 Institute gibts da, und einen entsprechend hohen Anteil an Wissenschaftlern an der Stadtbevölkerung. Christoph misst da CO2-Emissionen von Böden, was ich mir auch angeschaut habe. Leider ist die Ausstattung nicht so super, die Fördergelder sind gering und die Gehälter niedrig. Aber dennoch, der Forschungseifer ist da, gearbeitet wird bis spät und auch am Wochenende.


Hier das Institut und Christophs Arbeitsplatz. Anschließend wurde auch genau da Tee getrunken. Bei uns immerhin aus Tassen, in anderen Instituten werden wohl auch direkt Reagenzgläser benutzt.
Geschlafen haben wir schließlich bei Anja und Zhenja, einem Biologenpärchen, die gerade in Puschino promovierten. Ach, und Gosha. Gosha hieß deren Vogelspinne. Die leider ausgebüchst war, und irgendwo im Zimmer hockte. Hm, gute Nacht.

Donnerstag, 12. November 2009

Mein toller, toller Chor

Habe ich schon meinen neuen tollen Chor erwaehnt? Ich singe im Moment so viel, wie noch nie zuvor in meinem Leben, und das mit einer Gruppe toller Menschen, die ich sogar immer besser verstehe ;-) Zweimal pro Woche, erst drei Stunden normaler Chor, dann eine Stunde Ensemble, hinzu kommen im Moment noch die ein oder andere Extraprobe und kleinere Auftritte. Gerade ist heisse Phase, denn Anfang Dezember fahren wir in die Slowakei zum Wettbewerb! Im Programm haben wir russische (Нерингуа), englische (Joshua - Spiritual, April - Barock) und lateinische (O Magnum Mysterium, Poulenc) Stuecke. Unsere Leiterinnen arbeiten beide irgendwo am Theater, unterstuetzt werden wir von einem Studenten aus dem Konservatorium. Insgesamt: Toll, toll, toll.

Moskauer Leser duerfen uebrigens wissen, dass am 25.11. das Hauptkonzert stattfindet. Dazu sind alle mit Nachdruck eingeladen!

Sonntag, 1. November 2009

Freitag, 30. Oktober 2009

Auf dem Dorf

Am Montag und Dienstag wurden wir von unserem Vereinsvorsitzenden mit einem Ausflug beglückt - in den Südosten von Moskau. Erste Station war Vladimir, eine alte Stadt mit berühmten Kirchen. Ganz hübsch.


Am Abend sind wir dann mit Sergey zu seiner Großmutter aufs Dorf gefahren, nach zwei Monaten Moskau eine angenehme Abwechslung zur Großstadt. Am Montagabend ein obligatorischer, und erster!, Banja-Besuch, der russischen Sauna. Sehr heiß, dazu gehört das gegenseitige "Auspeitschen" mit Eichenlaub und, nun ja, das ein oder andere alkoholhaltige Getränk. Am nächsten Tag eine Fahrt zu dritt auf dem Motorrad des Großvaters - sehr erfrischend und uns schließlich auch in die ein oder andere Gegend bringen, die das russische Leben hinter dem Großstadtgetümmel von Sankt Petersburg oder Moskau erst erahnen lassen. Keine Kanalisation, teilweise kein Wasseranschluss, meist nur - Gas. Verlassene und eingefallene Häuser (zu schade, denn diese russischen Holzhäuser sind wirklich schön!), ein Huhn auf der Straße, viel Müll in den Wäldern. Kontakt zur "Außenwelt" gibt es dank ausgeprägter Motorisierung. Eindrucksvoll.

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Kultur!!!

Am Sonntag habe ich eine Entdeckung gemacht - sie heißt "Афиша" und wird im Supermarkt für zwei Euro verkauft. Eine Zeitschrift, die über sämtliche Konzerte, Ausstellungen, Ballette, Filme,... informiert, die in den folgenden zwei Wochen stattfinden - ein wahres Mekka! Ich weiß nicht, wie ich die letzten zwei Monate in nahezu kultureller Isolation verbringen konnte, aber bin nun schwer am Nachholen:

Am Sonntag: Kino, Le Prophète. Französischer Film über die Karriere eines Kriminellen. Hat sich etwas hingezogen, vor allem, wenn man in der Fremdsprache schaut. Die Synchronisation war, gelinde gesagt, mäßig. Oft gut übersetzt, aber manchmal setzte sie, aus welchem Grund auch immer, einfach aus und eine monotone Für-alles-Stimme übernahm. Na toll.

Am Montag: Ausstellung in der Außenstelle des Museums für zeitgenössische Kunst, Vorstellung der russischen Künstlergruppe "искусство или смерть", "Kunst oder Tod", die Ende der 80er bzw. Anfang der 90er aktiv war. Super! Ich musste mir gleich den Ausstellungskatalog gönnen...

Heute: Orgelkonzert im Haus der Musik. Eigentlich ganz schön, nur das Gebäude war anstrengend. Viel zu groß, der Künstler irre weit weg, dafür hörte man jedes Niesen und Rascheln.

Fortsetzung folgt.

Mittwoch, 14. Oktober 2009

Hat heute Klausur geschrieben

Nach einiger Zeit ein Lebenszeichen von mir – seid gewiss, ich habe hier zu tun. Gerade ist hier Prüfungsphase, wie regelmäßig aller zwei Wochen, na toll. Das heißt, dass ich heute Klausur geschrieben habe, Zeitreihenanalyse. War mäßig, aber schauen wir mal.
Letzten Freitag war ich, auf Vermittlung unserer Kommandant (der Chefin des Wohnheims) in einer russischen Familie, um dort mit einem Mädel Englischhausaufgaben zu machen, die mit einem gebrochenen Bein zu Hause sitzt. Witzig. Ich kam an, und wurde ersteinmal bewirtet: Suppe, Nudeln und Kohl, Pfannkuchen. Nicht, dass ich gerade gegessen hätte. Es war ja auch um vier nachmittags. Dennoch, so glaube ich, keine ganz typische Moskauer Familie, dafür waren sie meiner Meinung nach doch zu wohlhabend. Zu viert zwei, drei Zimmer plus Küche und Bad, das ist für Moskauer Verhältnisse schon viel. Danach Kochaktion in unserem Wohnheim. Leider ist der Milchreis angebrannt und hat den Rauchmelder ausgelöst. Ups.
Ansonsten beginne ich mehr und mehr über das russische Essen zu klagen: Viel Weizen, fettiges Essen, und auch insgesamt hat man das Gefühl, dass die Qualität der Nahrungsmittel hier nicht undingt die höchste ist. Obst und Gemüse möchte ich davon ausnehmen, aber bei Käse zum Beispiel kann man wirklich echt daneben greifen. Jetzt hatte ich zum zweiten Mal irgendwas Gepanschtes aus Käse, Pflanzenfett??? Und kein Ahnung was. Schmeckt nicht so toll, und kleine Fettzellen im Käse sind auch nicht unbedingt appetitanregend. Auf der Straße essen ist auch nicht so super, insbesondere als Vegetarierin. Döner (vegetarisch gibts den hier nicht) fällt aus, ansonsten gibts noch Teigtaschen mit sämtlichen Füllungen. Je nach dem fettig oder besonders fettig, nichts zum Kauen, nur schlapper Weizen. Nicht unbedingt sättigend. Wo gibt es mein Kürbiskernbrötchen mit Camembert und Salat und Tomate???